Durch den Königsforst
Mittwoch, 15. Januar 2020, 09:45
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Der Königsforst ist das größte zusammenhängende Waldgebiet (ca. 3000 ha) der rechtsrheinischen Mittelterrasse. Erstmals urkundlich nachgewiesen wurde im 12. Jahrhundert die damalige Gebietsbenennung „Kunigenvorst“, obwohl er zu dieser Zeit bereits im erzbischöflichen Besitz war. Kaiser Otto I. schenkte im Jahre 958 dieses Waldgebiet seinem Bruder Bruno, Erzbischof von Köln. 1803, nach der Säkularisierung, ging der Besitz an das Herzogtum Berg. Die Grafen von Berg übten seit dem 12. Jahrhundert eine Schirmvogtei (ähnlich einer Verwaltung) auf weltliche Belange aus. Begriffe wie: Bergisches Land oder Bergische Heideterrasse führen auf das Herzogtum Berg zurück.
Heute gehört der Königsforst den Städten/Gemeinden: Köln im Westen, Overath, Bergisch Gladbach sowie Rösrath im Osten und er ist eingebettet zwischen der A4 Köln – Olpe und der A3 Köln – Frankfurt.
War es früher ausschließlich dem König vorbehalten darin zu jagen, so standen jedoch den Anwohnern das Gewohnheitsrecht der landwirtschaftlichen Nutzung bis zum Verkauf des Waldes an den preußischen Staat (1874) zu. Während der preußischen Zeit mit seiner Monarchie passte der Name Königsforst in der Tat wieder. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Land NRW zum größten Eigentümer.
Schon zum Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Königsforst zum Erholungsgebiet für die umliegenden Ortschaften. Seit dem August des Jahres 1904 konnten die Kölner mit der neuen Vorortbahn dorthin gelangen. Die Linie „K“ (heute die Linie 9) beförderte werktags die Arbeiter nach Deutz und Kalk zur Arbeit, und sonntags die Ausflügler an die frische Luft.
Immer noch sprechen die Kölner Bürger von der grünen Lunge und schätzten vor allem den Wald wegen seines teilweise knorrigen oder majestätisch in den Himmel wachsendem Baumbestandes und der himmlischen Ruhe, sofern man außerhalb der Hörweite der Autobahnen ist. Ursprünglich waren auf diesem Gebiet Laubbäume heimisch. Die Fichte kam erst als ungeliebter „Preußenbaum“ hierhin, um den Holz-Raubbau der napoleonischen Besatzungszeit auszugleichen. Bäche, die wo nötig in den letzten Jahren wieder renaturiert wurden, bringen mit der angrenzenden Pflanzenwelt eine Vielfalt an Farben und Formen in das tiefe Grün. Das Wild hat sich bis auf die Wildschweine stark zurückgezogen. Das mag sich wieder ändern, wenn die geplanten Naturwaldzellen entwickelt sein werden.
Es führen aufgrund der zum Teil früheren wirtschaftlichen Nutzung sehr breite befestigte Wege fast schnurrgerade oder gut begehbare Wanderwege oder kleine verschlungene Pfade hindurch. Wenige besonders urwüchsige Pfade verlaufen auf moorigem Grund, das heißt achtsam gehen, um trockenen Fußes ans Ziel zu gelangen. Die Höhenunterschiede sind bescheiden.
Kurzum, ein abwechslungsreiches Erholungsgebiet das schnell zu erreichen ist, darüber hinaus der Geselligkeit und Unterhaltung Raum und Anlass bietet (Wassertretstelle, Rastplätze, Hütten, Bänke und Zeugnisse der Vergangenheit).
Unsere Wanderung führt von Klein-Eichen, ein Ortsteil der Gemeinde Rösrath, durch den Kurtenbachwald über den Großen Steinberg zum Flehbach und weiter zu unserem Ziel Köln-Brück. In Brück werden wir zur Schlusseinkehr das von einem neuen Betreiber geführte Eiscafe „Brücker Manufaktur“, wo es auch Kuchen und Waffeln gibt testen.


Kleineichen / Königsforst
Treffp.: 9:45 Uhr in Kleineichen
14 km 4,5 Std. Schw.grad: leicht; RV / SEK
2b oder Aboticket und Zusatzkarte ab Königsforst
bis Kleineichen
Ort 9:45 Uhr in Kleineichen
Ursula Burggräf, OG Köln